Siemens & Halske A.g.
År: 1914
Forlag: Meisenbach Riffarth & Co.
Sted: Berlin-Schöneberg
Sider: 247
UDK: 061.5(43) Sie
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Glühlampenwei k
Neben den Neuerungen, die auf eine bessere Ökonomie der Glühlampen
hinzielten, gingen solche Arbeiten, durch welche besonderen Anforderungen
der Praxis Rechnung getragen wurde. So schuf das Glühlampenwerk in
der Vericolampe eine Lichtquelle, die eine besonders gute Farbenunter-
scheidung gestattet. Das Glas für die Glocken der Vericolampen erhält
durch entsprechende Zusätze eine solche Färbung, daß das Licht dem Tages-
licht ähnlich wird.
Dem ständig wachsenden Bedarf an elektrischen Glühlampen hat das
Glühlampenwerk durch umfangreiche Erweiterungsbauten Rechnung getragen,
durch welche die Nutzfläche der Werkstätten etwa fünfmal so groß geworden
ist wie bei der Errichtung des Werkes. Täglich können, ungerechnet die ganz
kleinen Lampen, bis zu 125000 Glühlampen fertiggestellt werden.
Das Glühlampenwerk beschäftigt fast ausschließlich Arbeiterinnen.
Unter den zahlreichen Vorgängen bei der Fabrikation von Glühlampen
nimmt die Glasverarbeitung den breitesten Raum ein. In der Fußmacherei
werden die Glühlampenfüße durch Auftreiben eines Glasrohres hergestellt,
weiter werden in der Gestellmacherei die Metalldrähte, welche den Leucht-
draht halten, in linsenförmige Verbreiterungen einer Glasstange eingeschmolzen.
Fuß und Glasstange werden unter gleichzeitigem Einschmelzen der Zuleitungs-
drähte miteinander verbunden und dadurch der Träger des Leuchtdrahtes
hergestellt. Die Glocke wird am Halse auf die richtige Länge abgeschnitten
und an der Spitze mit einem dünnen Ansatzrohr zum Evakuieren versehen.
Nachdem dann der Träger in der Spannerei mit dem Leuchtdraht bewickelt
ist, wird der Fuß in der Einschmelzerei mit dem unteren Glockenrand luft-
dicht verschmolzen. In den Pumpensälen werden die Lampen unter starker
äußerer Erhitzung evakuiert und dann das Ansatzrohr nach dem Evakuieren
abgeschmolzen. Das sind alles Operationen, bei denen das Gasgebläse eine
große Rolle spielt. Deshalb wurden besondere Einrichtungen getroffen, um
eine zu große Erwärmung der Arbeitsräume und einen übermäßigen Gehalt
der Luft an Kohlensäure und Feuchtigkeit zu verhindern. Zu diesem Zwecke
sind die Maschinen, an denen die Schmelzoperationen vor sich gehen, durch
Hauben abgedeckt, die oben in Abzugsrohre münden und ein wirksames
Absaugen der Verbrennungsprodukte ermöglichen. Auf gute Wärmeisolierung
der Abzugsrohre ist besonderes Gewicht gelegt. Durch Zuluftventilatoren
wird den Arbeitsräumen eine der Abluft entsprechende Frischluftmenge, die
stündlich etwa 5000000 cbm beträgt, zugeführt.
Die durchgängige Verwendung von Spezialmaschinen verdient einer be-
sonderen Erwähnung. Diese Maschinen, die zum großen Teil im Werk selbst
konstruiert sind, haben hauptsächlich dazu beigetragen, die Leistungsfähigkeit
des Werkes auf die gegenwärtige hohe Stufe zu heben.
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