ForsideBøgerAusstellungszeitung Nürnberg 1906

Ausstellungszeitung Nürnberg 1906

Forfatter: Paul Johannes Rée

År: 1906

Forlag: Wilh. Tümmels Buch- Und Kunstdruckerei

Sted: Nürnberg

Sider: 1096

UDK: St.f. 91(43)(064) Aus

Amtlisches Organ Der Unter Dem Protektorate Sr. Konigl. Hoheit Des Prinsregenten Luitpold Von Bayern

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Side af 1124 Forrige Næste
Seile 478 Bayerifdie Hubildums«kandes -Husffellung 1906 Ilr. 22 der politischen und wirtschastlichen Verhaltnisse ganz roesent- lich zuruckgegangen sind. Linige fruher nicht ganz unbedeutende Gewerbe sind ganzlich ausgestorben, wie der Beckschlager, Buchsenschifsler, Feuerschlohmacher, Fingerhuter, Hosenstricker, Kandelgieher, Klingenschmiede, Ring- und Windenmacher, oder sie Haben sich mit anderen verwandten Gewerben vereinigt. lindere sristeten noch ihr muhseliges Vasein, so die Gewerbe der Blasbalgmacher, deren Organisation 1809 aus 2 Meistern ohne Gesellen bestand, der Kompahmacher mit 2 Meistern und 1 Gesellen, welche „zwar manchmal einige Beftellungen hatten, aber im ganzen genommen im 3ustand der Nahrungslosigkeit waren", der Docken- und Geigenmacher, Glasschneider, Kappleinmacher, der Aetten- schmiede und Aettleinmacher, der Nudel- und Paresolmacher, der Grgelbauer mit 4 Meistern ohne Gesellen, der Perga- menter, der Psannenschmiede mit 2 Meistern und 1 Gesellen, der Polierer und Plattner, welche von der hohe ihrer einstigen Bedeutung aus 4 Meister ohne Gehilsen Herab- gesunken waren, der Sanduhrmacher, Sieber, Streuglanz- macher, Strumpswirker, Trompetenmacher, Tuchscherer, Ivachspoussierer, lvachszieher und -bleicher, Seidenweber, deren 3unft von 5 aus 3 Meister zuruckgegangen war, der Ivildruf- und Horndreher, die noch ein Meister reprasentierte. lille diese 24 Gewerbe zusammen vermochten 1803 noch 55 Meister und 10 Gesellen, 1809 nur mehr 51 Meister und 7 Gesellen notdurstig zu ernahren. lius etwas hoherer Stufe erhielten sich die Gewerbe der lillabasterer mit 7 Meistern und 5 (1803 : 6) Gesellen, die „ost wieder Monate seiern muhten", der Briefmaler, die ihr Metier nicht ganz aufgaben, aber „samtlich mehr oder minder am Hungertuche nagten", der Fischer, Ge- schmeidemacher, Glaser, Goldspinner mit 8 (1803:6) Meistern, welche 32 (1803 : 28) weibliche Personen beschaftigten, der hornpresser, Kartenmacher, welche durch die Linsuhrverbote mehrerer Staaten, dann durch die Linsuhrung des Karten- stempels „in ganzliche Vecadencen geraten waren", der Kartatschenmacher, welche 8 Meister und 7 Gesellen stark „seit vielen Iahren her autzerft wenig zu arbeiten" Hatten, aber bei dem groven Kriegsbedarse sogar einen kleinen liufschwung aus 11 Meister und 6 Gehilsen erfuhren, der Knops-, Korb- und Knackwurstmacher, der Kupserschmiede, Muller mit 8 Geschaftsinhabern und 36 (1803 : 41) Burschen, der Nebenschmiede, Gblatenbacker, Pastetenkoche, Saiten- macher, deren Gewerbe „ehehin eines der vorteilhastesten war, durch die Stockung des Kommerzes aber sast ganzlich einging", so dah von den gegenwartigen 4 Meistern „sich heiner mehr davon ernahren" hann, der Salzfischer, Schlot- seger, Schwarzfarber mit 9 (1803 : 8) Meistern und 5 (1803 : 6) Gesellen, der Spengler und Messingschaber, der Sporrer, der Steinmetzen, aus 8 Meistern bestehend, die 22 (1803 noch 33) Gehilsen Rrbeit geben honnten, der Taschner und Tapezierer, der Tuchbereiter, Teppichweber, Weiftgerber und Wihmuthmaler. lluch da beschaftigten im Iahre 1803 noch 178 Meister 173 Gesellen, wahrend der Ruckgang der solgenden sechs Iahre die Meister aus 177, die Gesellen aus 124 Herabdruckte. Gine aus gewisse Bedeutung Anspruch machende hohe Hatten andere Gewerbe behauptet. Dazu zahlen die Beutler mit 18 (1803 : 19) Meistern und 2 (1803 : 8) Arbeitern, die Bleistiftmacher, die 13 (1803 : 14) Meister und 36 (1803 : 42) Gehilsen stark weniger an „Bestellungen aus ihre Waren, als vielmehr an Rohmaterial roegen der Hemmung der Schiffahrt Mangel litten", die Brillenmacher, die Buchbinder, die „sich roegen Arbeitsmangels groftten- teils in einer sehr durftigen Lage befanden", die Bursten- binder, Vachdecker, Dosenmacher, deren handroerk „ganzlich darniederlag", die Goldschlager, hafner, husschmiede, deren 3ahl aus 16 Meistern und 28 (1803 : 42) Gesellen bestand und deren „Nahrungsstand durch die Stockung des Kom- merzes sehr beschrankt roar, zumal durch die neuen Lin- richtmigen im 3oU= und Mautroesen auch der Speditions- handel zum Rachteil der Stadt dem allergroftten Teil nach eine andere Richtung genommen hat", die hutmacher, unter denen sich „Ioh. Gottlieb Bosom durch Industrie und sabrik- mahigen Betrieb" auszeichnete und Ioh. Abam Lohner „die solidesten und dauerhastesten hute fabrizierte", die Kuchenbacker mit 24 (1803 : 31) Meistern, die Kurschner, die „bis aus etliche roohlhabende 3unftglieder in ganzlicher Decadence roaren, roovon die enorme hohe der Preise des Pelzroerkes die Ursache roar", die Lebkuchner mit 12 Meistern und 41 (1803 : 46) Gehilsen, die Leonischen Drahtzieher, Messerschmiede, Radler, deren „Profession seit vielen Iahren durch die Stockung des handels ganz darniederlag", die Nagelschmiede mit 22 (1803: 28) Meistern und 31 (1803:52) Gesellen, die Peruquiers, die Rotgerber, deren Geschaft „durch Anlegung einer Menge Gerbereien in der Rachbar- schast, durch die schroeren 36IIe, roelche Ansbachscher Seits auf den Export der rohen haute gelegt rourden, durch den handel der Inden mit rohen Hauten" seit vielen Iahren in Verfall geraten roar, die Sattier und Riemer, die Schachtel- macher, die Schellenmacher, „roelche der Ilahrungsmangel auf das empfindlichfte druckt," die Seiler, die Tuchmacher, deren ehemals so bluhende Profession durch die in Bohmen ent- standenen Tuchfabriken verdrangt roorden roar, die Wagner, Weihmacher, 3inngieher mit 28 (1803: 26) Meistern und 7 (1803: 19) Gesellen, und 3uckerbacker, deren 34 Meister sich behauptet Hatten mit einem Verlust von 3 Gehilsen. (Schluh folgt.)