ForsideBøgerKrupp 1812-1912

Krupp 1812-1912

Forfatter: Friedrich Krupp

År: 1912

Forlag: Friederik Krupp A. G.

Sted: Essen-Ruhr

Sider: 447

UDK: St.f. 061.5(43)Kru

Zum 100 Jährigen Bestehen Der Firma Krupp Und Der Gusstahlfabrik Zu Essen-Ruhr

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Side af 456 Forrige Næste
ausgenu^t werden follte. Diefe Vorverfuche fanden in Effen ftatt. In dem noch heute vorhandenen Anbau des Kaufes Nr.17 der 11.Weberftraße wurden ein Zementierofen und zwei kleine Schmelzöfen für je einen Tiegel errichtet, ein 8 m hoher Kamin gab den nötigen Zug. Stangen weichen Eifens, befonders des recht reinen Ofemundeifens, wurden in Holzkohlepulver eingebettet, im Zementierofen etwa 5 Tage lang geglüht und fo in Brennftahl umgewandelt. Diefer wurde in Stücke gebrochen, nach dem Bruch- ausfehen fortiert und unter Zufchlag von Holzafche, Glas oder dgl. als Flußmittel in Paflauer Graphittiegel eingefe^t. Das Schmelzen ging mit Hilfe von Koks vor (ich, der aus Steinkohlen durch Ausfchwefeln in Meilern gewonnen wurde. Der Guß erfolgte anfangs in Sandformen, wie fie in der Eifengießerei üblich waren; ein Schmied reckte die Gü(Te aus. Der erfte Guß fand im Januar des Jahres 1812 ftatt. In diefer Weife machten die Herren von Kechel faft ein Jahr lang Schmelzverfuche im kleinen, ohne jedoch zur fieberen Erzeugung eines gleichmäßigen Stahles zu gelangen. Es war die- felbe Klippe, an der faft alle früheren Unternehmungen gefcheitert waren : wenn wirklich die Herftellung einer winzigen Stahlluppe in den kleinen Tiegeln der Verfuchsöfen gelang, fo war doch keine Gleichmäßigkeit in den einzelnen Schmelzungen zu er- zielen, und beim Übertragen der Verfuche auf praktifch brauchbare größere VerhältnifTe Geheiterte in der Regel das ganze Verfahren. Während diefer Verfuche in der Weberftraße hatte (ich Friedrich Krupp, von der Gewißheit des Erfolges überzeugt, mit ganzer Seele dem Bau der Fabrik gewidmet, auf der die Sache fofort ins Praktifche übertragen werden follte. Stahlfchmelze und Hammerwerk Tollten auf der früher erwähnten, etwa eine Stunde nördlich von der Stadt Effen gelegenen Walkmühle entftehen. Friedrichs Großmutter hatte den V/a ha großen Kotten einft angekauft, durch Erbfchaft war er fpäter auf feinen Bruder Wilhelm übergegangen, und von diefem erwarb ihn Friedrich Krupp im Dezember 1811 gegen Stellung einer Hypothek. Die Wafferkraft der Berne, die hier feit Jahrhunderten die Räder einer Walkmühle und fpäter einer Bohrmühle getrieben hatte, und zugleich der Wunfch, den einmal vorhandenen Familienbefits auszunu^en, beftimmten diele Wahl. Aber es ftellte fich bald heraus, daß fie nicht glücklich gefallen war. Der kleine Bach, feit langer Zeit vernachläfligt, blieb trofej koftfpieliger Nacharbeiten und Anlegung von zwei Teichen zu waflerarm, um das Hammergefchläge andauernd zu treiben. In der Folge brachte im Sommer Waffermangel, im Winter Froft die Arbeiten häufig zum Still— ftand. Auch die Lage war nicht günftig. Die Entfernung von der Stadt Effen, wo Krupp feinen Wohnfi^ beibehielt, erfchwerte ihm die ftändige Beauf (ichtigung der Arbeiten. Noch weiter war der Weg zu der Zeche Sälzer-Neuack, deren Kohlen fich für feine Zwecke am beften geeignet erwiefen. Der Zuftand der Zufahrtswege war fo fchlecht, daß man mit der Eifen- und Kohlenzufuhr große Schwierigkeiten hatte, ja zu Zeiten auf den Transport zu Pferde angewiefen war. Während der naffen Jahreszeit mußten ganze Fuhren Wachholderbüfche in den Moraft des «Efekwegs» und der « Hammer ftraße» verfenkt werden, die den nächften Weg von der Stadt zur Walkmühle bildeten. — Die Neubauten ließ Krupp geräumig und dauerhaft ausftihren. Das zweiftöckige Fabrik- gebäude enthielt neben dem Schmelzraum eine Tiegelkammer, eine Materialkammer und ein Magazin. Im Schmelzraum wurden ein Zementierofen und ein Tiegelofen 20